02. Mai 2018 | Unternehmen & Märkte

Umfrage: Das gedruckte Buch hat Zukunft

Das gedruckte Buch hat eine leuchtende Zukunft. Zu diesem Ergebnis kommt eine kürzlich durchgeführte Umfrage. Ihr zufolge wird sich die Bedeutung, Relevanz, Attraktivität und Akzeptanz gedruckter Bücher im Vergleich zu E- und Hörbüchern weiterhin behaupten. Als einer der führenden Anbieter von Buchdruck- und Umschlagpapier führte Stora Enso gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen Opticom International eine Studie durch, die auf 80 ausführlichen Interviews in 13 asiatischen, europäischen und nordamerikanischen Ländern basierte.
Das Ziel dabei war, mehr über die Herausforderungen und Möglichkeiten des Buchverlagswesens und des Buchhandels herausfinden. Interviewt wurden Vertreter von Verlagen, Einzelhändlern, Druckhäusern und Großhändlern sowie von neuen Marktteilnehmern, wie z. B. E-Buch- und Hörbuchverlagen oder Unternehmen, die herkömmliche Bücher in ein digitales Format überführen. „Eine der wichtigsten Erkenntnisse dabei war, dass das gedruckte Buch eine positive Zukunft hat“, sagt Vice President Essi Lauri, die Leiterin des Segments Newsprint & Book der Stora Enso-Division Paper.


Eine gemeinsame Zukunft

Während sich Hörbücher und E-Bücher in Fach- und Lehrbuchsegmenten schon etabliert haben, glauben nur 8% der Interviewten daran, dass die Nachfrage nach E-Büchern zunehmen wird. „Das Interesse an E-Büchern scheint sich ziemlich eingependelt zu haben, und Hörbücher werden nicht unbedingt als eine Alternative zum gedruckten Buch gesehen, sondern eher als eine Ergänzung“, sagt Essi Lauri. „Hörbücher kann man beim Autofahren oder beim Joggen benutzen, wo das Lesen in einem gedruckten Buch unmöglich wäre.“


Mit einem Marktanteil von etwa 20% haben sich die E-Bücher in Großbritannien und den USA gut verkauft, doch in den letzten Jahren stagniert der Absatz und wirkt sich nicht so stark auf die Verkaufszahlen gedruckter Bücher aus wie erwartet. In Frankreich und Deutschland beträgt der Marktanteil der E-Bücher weniger als 10%. In den aufstrebenden Märkten scheint das Interesse am E-Buch geringer zu sein, trotz der rasch wachsenden Zahl der Tablet- und Smartphonenutzer.


Der Absatz von Hörbüchern ist dagegen weiterhin steigend, vor allem dank der lebhaften Nachfrage nach Genreliteratur: Krimis, wahre Geschichten, Biografien, Romantik und Erotik. Die meisten der Befragten sehen Hörbücher jedoch als Ergänzung, nicht als Alternative - der Verbraucher hat die Wahl. Außerdem weist nichts darauf hin, dass junge Menschen digitale Formate stärker bevorzugen würden als die älteren Generationen.


„Je mehr das Digitale um sich greift, desto wertvoller werden gedruckte Produkte“
Eine weitere Erkenntnis ist, dass die Leute ein Gegengewicht zu der am Bildschirm verbrachten Zeit haben wollen. Einer der Interviewten drückte es so aus: „Je mehr das Digitale um sich greift, desto wertvoller werden gedruckte Produkte.“   „Wenn man ein gedrucktes Buch in der Hand hält, hat man ein anderes Gefühl als bei einem E-Buch“, sagt auch Essi Lauri. „Es ist ein Erlebnis, bei dem das Papier und der Einband, die haptischen Eigenschaften und das hochwertige Material eine wichtige Rolle spielen.“  Bestimmte Arten von Büchern scheinen prädestiniert für das Printformat. Zum Beispiel Hardcover-Bücher, unter anderem Kinderbücher, Fotobücher, Bücher zum Verschenken und Bücher, in denen es um ein Hobby geht – Heimwerken, Kochen oder Gärtnern.

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