19. September 2018 | Unternehmen & Märkte

Papierfabrik Palm stellt Pläne für neue Papierfabrik vor

Dr. Wolfgang Palm, Inhaber der Palm-Gruppe, hat jüngst Bürgern Pläne seiner neuen Papierfabrik in Neu-Kochen bei Aalen vorgestellt. Die Palm-Gruppe möchte 500 Mio. Euro in eine neue Papiermaschine mit einer Kapazität von bis zu 750.000 t pro Jahr investieren. Branchenkenner vermuten eine Arbeitsbreite der Papiermaschine von ca. 11 m. Teil der Investitionen wird eine Gasturbine sein, die Dampf und Strom für die neue Maschine erzeugt. Die Baugenehmigung für das neue Werk soll bis März 2019 erteilt sein. Mit dem Bau der Halle für die neue Papiermaschine soll 2020 begonnen werden. Im Jahr 2021 soll die neue Fabrik in Betrieb gehen. Der Rückbau der bestehenden Anlagen soll bis 2022 abgeschlossen sein. Zum 1. Mai 2022 wird Palm 150 Jahre alt. Im September 2022 soll die 150-Jahr-Feier durchgeführt werden. Lieferant der Papiermaschine könnte die in der Nähe befindliche Heidenheimer Firma Voith sein. Ein endgültiger Auftrag an sie ist aber noch nicht vergeben. Das neue Aggregat soll drei bestehende Papiermaschinen ablösen. Vor dem neuen Gebäude für die Papierfabrik wird ein Rollenlager in einer Höhe von unter 25 m stehen. Außerdem wird Palm eine so genannte Rohstoffhalle bauen, in der LKWs das zur Produktion benötigte Altpapier abladen.


Etwaige Bedenken gegen das Mammutprojekt, das sich in der Nähe von Wohngebieten befindet, hat Wolfgang Palm mit weiteren geplanten Maßnahmen zu lindern versucht. So wird das Abwasser trotz Verdopplung der Kapazität so sauber sein wie bisher. Zu- und Abfahrt zur Fabrik werden neu geregelt. In dem neuen Werk lagern die Klärschlämme in einem Bunker, und die Beladung der Schlämme erfolgt in einer geschlossenen Halle. Eine Geruchsbelästigung findet so nicht statt. Wasserdampf soll in der neuen Fabrik nicht mehr zu sehen sein, da Voith zur Vermeidung des Dampfs eine völlig neue Technologie einsetzt.

Mit der Bürgerinitative "Pro-UKO – für ein lebenswertes Unterkochem" hat sich Widerstand gegen das geplante Bauvorhaben formiert. In einem offenen Brief an den Landrat, den Oberbürgermeister von Aalen und die Mitglieder des Gemeinderates von Aalen und des Ortschaftsrates von Unterkochen formuliert die Initiative unter anderem: „Die Bürger von Unterkochen haben existenzielle Angst vor den Folgen der geplanten Industrieanlage für die Lebensqualität, die Gesundheit und nicht zuletzt vor dem dramatischen Wertverlust an Grundstücken und Immobilien, die den Familien eine lebenswerte Heimstatt bieten sollten und als Wertanlagen geplant waren.“ Die Initiative hätte gerne erst den Abriss der bestehenden Papierfabriken und dann den Neubau der neuen Maschine auf dem dann freiwerdenden Gelände.

Wolfgang Palm betonte in der Fragestunde während der Vorstellung des Projekts, dass die neue Fabrik Maßstäbe setzen werde, und Palm damit langfristig wettbewerbsfähig bleibe. Aus nachvollziehbaren Gründen weist er auch darauf hin, dass der Rückbau der alten Anlagen und der Neubau der neuen Papiermaschine auf dem gleichen Gelände mit einem jahrelangen Produktionsausfall verbunden sei. Die Firma müsse dann damit rechnen, dass sie ihre Kunden verliert, und die Gesamtkosten würden deutlich steigen.

Redigiert von Gerhard Brucker

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