05. Dezember 2017 | Unternehmen & Märkte

Expertentage 2017 bei Bobst Meerbusch

Mehr als 120 Besucher aus ganz Deutschland und den Beneluxländern kamen vom 18. bis 20. Oktober unter dem Motto „Experten treffen Experten“ zu Bobst nach Meerbusch. Zum  Programm trugen die Partnerunternehmen Henkel, Boxplan, Papierfabrik Scheufelen, Baumer hhs und Deutsche Leasing bei. Sie beteiligten sich sowohl mit Fachvorträgen als auch mit eigenen Ständen an der dreitägigen Hausmesse. Zwei Expertentage widmete Bobst Meerbusch diesmal der Faltschachtel-, einen Tag der Wellpappenbranche.


In seiner Begrüßung betonte Bobst Meerbusch-Geschäftsführer Dirk Corsten, dass das Marktvolumen für Verpackungen 2014 bei mehr als 800 Mrd. Euro gelegen hat. Bis 2020 erwartet Bobst einen Anstieg auf etwa 1 Bio. Euro. „Produkte von Bobst decken gut 53% des gesamten Marktvolumens ab“, betonte Corsten die Bedeutung des Portfolios seines Unternehmens für die Branche. Allein Bobst Meerbusch verkaufe pro Jahr 40 bis 50 neue Maschinen in den Markt.


Kaschierte Wellpappe: Wachstumsmarkt für Wellpappenverarbeiter und Faltschachtelhersteller
Ein Themenschwerpunkt der Expertentage 2017 war die Kaschierung. In seiner Präsentation „Kaschierte Wellpappe – raus aus der Nische?!“ zeigte Ad Jongmans auf, wie nah der klassische Faltschachtelmarkt und die offsetkaschierte Wellpappe aus qualitativer Sicht inzwischen beieinander liegen. „Mini- und Mikro-Wellpappen ersetzen zunehmend Vollpappe“, so der Director Marketing & Sales bei Bobst Grenchen. „Im Markt gibt es einen Trend hin zur offsetkaschierter Doppelwelle. Entsprechend weist dieses Marktsegment solides Wachstum auf.“ Gerade mit schweren Papieren kaschierte B- und C-Welle werde immer häufiger eingesetzt, um Waschbretteffekte auszuschließen – insbesondere bei dekorativen Verpackungsanwendungen und Displays.


„Mehr und mehr Wellpappen- und Faltschachtelbetriebe erkennen die Attraktivität dieser Marktnische und steigen in die Herstellung von Verpackungen aus offsetkaschierter Wellpappe ein“, stellte Jongmans fest. Dabei lassen sie sich durchaus von unterschiedlichen Beweggründen leiten: Bei Faltschachtelbetrieben seien rückläufige Umsätze sowie die zunehmende Nachfrage des Marktes nach größeren und stabileren Verpackungen treibende Kräfte. Während dickerer Karton allein aus Kostengründen  häufig keine geeignete Lösung sei, könnten Faltschachtelhersteller Mini- und Mikrowellpappen in aller Regel ohne Weiteres auf den gleichen Stanzen und Faltschachtelklebemaschinen verarbeiten, mit denen sie ihre übrigen Verpackungen herstellen.
„Sie können im Offset bedruckte Bogen dank der Überkapazitäten im Offsetmarkt günstig einkaufen und so ihr Angebotsportfolio vergleichsweise leicht um hochwertige Verpackungen aus offsetkaschierter Wellpappe erweitern“, sprach Jongmans die Wellpappenverarbeiter an.

Zudem seien gerade schwierige Wellpappenarten und Papierqualitäten bzw.-breiten auf Inline-Kaschieranlagen leichter zu verarbeiten als auf großen WPAs. „Außerdem haben Sie die erforderlichen Weiterverarbeitungsanlagen inklusive Peripherie schon im Haus.“ Sowohl für Wellpappen- als auch für Faltschachtelbetriebe seien die Hürden für den Einstieg in einen lukrativen Wachstumsmarkt also vergleichsweise niedrig. Das spiegele sich auch in der Zahl der Inline-Kaschieranlagen wider, die Bobst in den Markt verkaufe. „Mittlerweile liefern wir jede zweite Maschine für Doppelwelle aus“, so Jongmans. „Wir werden sicherlich einen weiteren Rückgang bei den Grammaturen bei gleichzeitig höheren Anforderungen an die Oberflächenqualität sehen.“
Wie die Inline-Kaschierung in der Praxis konkret funktioniert, wurde anhand der Live-Vorführung einer Foliostar von Bobst Grenchen präsentiert. So kaschierte diese sowohl für Kleinstserien als auch für Großserien geeignete Bogen-Bogen-Maschine mit einer Leistung von 9000 Bogen pro Stunde bzw. 150 m/minlive vor den Augen der Zuschauer eine Tragebox mit Deckel. Dabei wurde für den Deckel zunächst ein im Offset bedruckter GC2-Karton auf eine einseitig offene E-Welle kaschiert. Nach dem nur wenige Minuten beanspruchenden Auftragswechsel kaschierte die Foliostar für die Box einen 300 g-Zellstoffkarton auf doppelwellige E/B-Welle im Format 102 x 163 cm.Sowohl der Deckel als auch die Box wurden  mit einer Flachbettstanze Mastercut 1.7 aus den kaschierten Bogen ausgestanzt.


Neue Maschinen angekündigt
Jeweils zwischen den Fachvorträgen und den Maschinendemonstrationen gaben Vertriebsmitarbeiter von Bobst Meerbusch einen Überblick über das aktuelle Portfolio von Bobst für die Faltschachtel- und die Wellpappenindustrie. Michael Linden stellte binnen knapp 15 Minuten das Angebot an Flachbettstanzen für den Faltschachtelmarkt vor. Hans Dreistein tat das Gleiche für die Faltschachtel-Klebemaschinen, Richard Perner für den Wellpappenmarkt. Manfred Wöhning, bei Bobst Meerbusch Leiter des Technischen Außendienstes und des Competence Centers, wiederum skizzierte die Breite der Service-Dienstleistungen, mit denen sein Unternehmen Verpackungsherstellern heute zur Seite steht. Mathieu Robyr von Bobst Mex führte die Möglichkeiten der neuen Connected Services für die Fernwartung im Zeitalter von Industrie 4.0 vor.

Ad Jongmans stellte für 2018 mit der Foliostar 165 Matic eine neue Bogen-Bogen-Kaschiermaschine und einen neuen Module Facer MF 260 sowie für voraussichtlich Ende 2019 mit der Novastar eine Maschine für den Einstieg in die Bogenkaschierung mit einem besonders günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis in Aussicht. Dreistein verriet, dass Bobst für seine Faltschachtel-Klebemaschinen unter anderem mit Cartonpack 4 einen neuen vollautomatischen Abpacker mit integriertem Kartonaufrichter und Matic-Steuerung mit Einrichtezeiten unter fünf Minuten sowie mit Speedpack einen vollautomatischen Packer für Wellpappen in der Pipeline hat. Perner stellte für die Wellpappenstanzen das neue Kit für die Verarbeitung dünner Wellpappenprofile sowie die neuen Sensoren des Power Registers vor, die in Kombination mit indirekter Beleuchtung Druckmarken auch auf lackierten oder reflektierenden Oberflächen zuverlässig erkennen.


„Die Veranstaltung ist bei unseren Besuchern sehr positiv angekommen. Das haben die Auswertungen der abgegebenen Beurteilungsbogen klar ergeben“, so das Resümee von Dick van Bruggen, Business Director Germany & Benelux.

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